Krafttier Hirsch

Krafttier Hirsch
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„Erhobenen Hauptes schreite ich umher, Hüter der Sonne, 
Träger des Wissens und vieles mehr.
König des Waldes werd ich genannt, 
da mein Sanftmut und meine Großzügigkeit jedem bekannt.
Mein Geweih holt das Licht herbei, bekämpft den Schatten und macht dich von innen her frei.
Denn nur in dir kannst du Freiheit erlangen, 
hast du sie gefunden, brauchst du um Weltliches nicht bangen. 
Denn das Außen ist das Innen, entziehe die Energie den äußeren Sinnen. 
Richte nach Innen, was nach Innen gehört, 
damit sich dein Ego nicht gegen dich und andere verschwört.
Der kosmische Lauf ist in mir vereint, koste meine Medizin, mach dich bereit. 
Von der Einheit komme ich, vom Kelch der Vereinigung kosten lassen werde ich dich.

Allzeit Begleiter und Freund der Menschen, helfe ich dir: „Setze deine Grenzen!“
Ordnung hat Raum - gesteh ihn dir ein, handle weise aus der Mitte des Seins.
Meine Weisheit trägt dich bis zum Himmelszelt, Seelenwanderer überbrücke die Welt.
Du hast die Gabe, Himmel und Erde zu verbinden, mit deiner Kraft kann die Trennung verschwinden. Hirschmedizin ist Allheil – Herzenskraft aus der Mitte des Seins!“

Der König des Waldes ist bekannt für sein prächtiges Geweih, mit dem er Respekt, Verantwortung und Weisheit repräsentiert. Jedoch nur die Hirschböcke tragen ein Geweih, welches sie jedes Jahr abwerfen damit es größer nachwachsen kann. Je älter das Tier ist, desto größer sein Geweih. Das frische Geweih wird bis zum Sommer von einer pelzigen Haut, der Baste umhüllt, das sich im Hochsommer löst. Die Fetzen der Baste werden an Bäumen abgerieben und verzehrt, da sie viele wichtige Nährstoffe für das Tier enthält. Das abgeworfene Geweih dient Nagetieren als Nahrungsquelle.  Das Geweih wird lediglich zur Paarungszeit als Verteidigungsmittel eingesetzt, da Hirsche ansonsten Fluchttiere sind. Greifen sie jedoch ihre Feinde an, dann setzen sie mit ihren Hufen zu.

In der Brunftzeit, die im September beginnt und im Oktober endet, führen die eigentlich friedlichen Böcke Kämpfe mit ihren Geweihen aus. Auf diese Art bestimmen sie die Rangordnung in der Gruppe. Die meisten Arten leben in Haremsfamilien, die von einem einzigen Männchen dominiert werden. Das Männchen vergnügt sich somit mit mehreren Damen und verteidigt sein Revier gegenüber Rivalen tatkräftig.

Außerhalb der Paarungszeit leben Hirsche jedoch in getrenntgeschlechtlichen Rudeln. Die Weibchen bringen in der Regel ein Junges zur Welt, das von der Mutter alleine und im geschützten Dickicht abgelegt und gesäugt wird. Nach einer gewissen Zeit kehren sie zum Rudel zurück. Dieses Krafttier ist ein Pflanzenfresser, welches Gräser, Baumrinden, weiches Blattwerk und Äste bevorzugt. Die in Europa und Amerika beheimateten Arten fressen auch saisonabhängige Feldfrüchte, Kastanien, Eicheln und Buchecken.

Der Paarhufer zählt zu der Familie der wiederkäuenden Säugetiere. Es gibt ca. 45 Arten, die hauptsächlich in Europa, Asien und Amerika verbreitet sind. Einige Arten finden sich auch in Westafrika, Australien, Neuseeland, Neuguinea und in der Karibik. Die bekanntesten sind wohl die Rentiere, Elche, das Wapiti, der Rothirsch, der Damhirsch und das Reh. Sie besiedeln Wälder, Grasländer und auch angrenzende Wüsten. Ihr Höchstalter liegt im Durchschnitt bei 14 Jahren und sie können ein Gewicht von bis zu 800 kg aufweisen. Ihr Ausdrucksspektrum ist vielseitig, das Gehör ist gut entwickelt und die Augen nehmen Bewegungen schnell auf. Jedoch können sie lauernde Feinde wie Wölfe, Bären und Luchse nur schwer erkennen. Dafür sind sie schnellfüßig, wendig und können hoch springen.

Im Feng Shui steht der Hirsch für Reichtum und Familie. Daher wird er oft mit dem Gott des langen Lebens und der Fruchtbarkeit abgebildet wie z.B. dem keltischen Naturgott Cernunnos, der ein Geweih trägt welches seine Regenerations- und Wachstumskräfte widerspiegelt. Aber auch Männlichkeit und Lebensenergie sind Qualitäten für die das Krafttier Hirsch steht. 

Im indianischen Medizinrad steht er in der Zeit der Blühte (Mai-Juni) und ist dem Schmetterlings-Klan zugeordnet. In der germanischen Mythologie zeigen sich vier Hirsche im Weltenbaum Yggdrasil, welche die vier Winde darstellen. Der schwarze Hirsch Black Elk, ist ein wichtiger Führer der Lakota. Durch die Fähigkeit seine Gestalt zu wandeln ist der Hirsch ein wichtiges Schamanentier. Er ist Sinnbild für das Herz, die Kräfte der Feinstofflichkeit und wacht als Hüter am Tor der Geisterwelt.  Er ist  sehr wachsam und bewegt sich vorsichtig, da er gerne von Dämonen aufgespürt wird. Die Rune Algiz, die für Schutz und Verteidigung steht, ist mit dem Hirschen verbunden.

Die Kelten besagen, dass das Krafttier Hirsch mit seinem Licht die Seelen durch die Dunkelheit führt. Der goldene Hirsch der Buddhisten verkörpert den Zugang zum Wissen. In Sagen und der keltischen Mythologie werden weiße Hirsche dargestellt die ein goldenes, leuchtendes Geweih tragen. Der Hubertushirsch versinnbildlicht genau dies, ein schwebendes Lichtkreuz zwischen den Gabeln seines Geweihs. Er steht symbolisch für die Christuskraft. Wer ihm begegnet wird zurück gerufen auf seinen goldenen Pfad.  In der Bibel spiegelt der Hirsch den Menschen wider, der auf Gottes Suche ist. Er wird als Schlangenbezwinger aufgezeigt und symbolisiert damit Christus und die Taufe.

Andere Kulturen sehen das Krafttier als Emblem für die Kriegs- und Jagdgötter. Daher war er der Jagdgöttin Artemis geweiht, als Zeichen des Lebens. Obgleich er in Legenden den Helden gerne von seinem Weg abbringt und in die Anderswelt verführt. Der Mayakalender symbolisiert mit Manik die Hirschenergie, welche den heiligen, erdigen Rhythmus des Lebens darstellt. Wer ein Hirschamulett trägt, der erfährt Wachheit und Öffnung.

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